Teil 9: Wilhelm Dilthey (1833-1911)

Sowohl der Artikel als auch der Blog von Johanna Sailer sind sehr interessant.
Wilhelm Dilthey ist quasi nebenan von meiner Wahlheimat Mainz-Kastel geboren in Biebrich am Rhein. Seine Philosophie hat mich in meinem eigenen Pädagogik- und Philosophiestudium lange begleitet. Diltheys Erkenntnistheorie von Erlebnis – Ausdruck- Verstehen ist eine der theoretischen Grundlagen meiner Arbeiten zur Persönlichkeitsentwicklung. „Die im Erleben erschlossene Innenwelt der Subjekte ist eine Welt: Wer sich in die Innerlichkeit des eigenen oder, nachvollziehend, des fremden Erlebens versenkt, findet dort nach Dilthey nicht nur Psychisch-Individuelles vor, sondern den objektiven Geist.“* Er stellte immer deutlicher heraus, dass nicht die Erlebnisse selbst, sondern nur ihre objektivierten Ausdrücke verstanden werden können. Objektivationen sind zum Beispiel Texte und Bilder.
*Matthias Jung : Dilthey zur Einführung

Johanna Sailer


Wilhelm Diltheys folgenschwere Begegnung mit Edmund Husserl

Wilhelm_Dilthey

1905, ein Jahr bevor Hannah Arendt in Linden (Hannover) geboren wurde, kommt es in Berlin zu einem bedeutsamen Treffen zweier älterer Philosophen. Es soll über einen Paradigmenwechsel in der Philosophie diskutiert werden; der Eine hat ihn vorbereitet, der Andere soll ihn umsetzen …

Bei dem Älteren handelt es sich um den 74-jährigen Wilhelm Dilthey. Er ist seit zwölf Jahren Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin. Die Stadt ist Dilthey vertraut. Hier hat er Theologie studiert. Nachdem er 1856 sein Staatsexamen abgelegt hatte, wurde er Lehrer am Joachimsthaler Gymnasium. Nach einer Promotion zur Ethik Schleiermachers folgte eine Habilitation zum moralischen Bewusstsein. Zusammen gerechnet hatte er nun schon ein Drittel seines Lebens in Berlin verbracht.

Der 46-jährige Edmund Husserl reist im Jahr 1905 von Halle an. Auch er kennt die Stadt, wenn auch weniger gut als Dilthey, von seinem Philosophie- und Mathematikstudium an

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